Wie behandelt man Obstbäume?

Ratgeber verfasst von:
John, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn

John, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn

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Obstbäume werden oft von Parasiten, Schädlingen aller Arten (Obstwürmer, Blattläuse, Schildläuse etc.) und krankheitserregenden Pilzen befallen. Will man gute und schöne Früchte ernten sollte man also auf einige Praktiken und Behandlungen zurückgreifen.

Wichtige Eigenschaften

  • Jahreszeit
  • Reinigung
  • Fungizide und Insektizide

Nutzen Sie die Wintersaison für die Behandlungen


Der Winter ist die ideale Jahreszeit um Obstbäume zu behandeln.

Die Bäume befinden sich in einer Ruhephase, daher kann man einige Produkte benutzen ohne dass sie darunter leiden und ohne den Tieren zu schaden, die eine große Bedeutung für den Garten haben.

Reinigen Sie Bäume und Boden


Es empfiehlt sich zunächst die Überwinterungsplätze und andere Schutzformen von Parasiten die überwintern zu zerstören: Eier, Larven, Sporen auf Bättern, dem Stamm oder auf dem Boden; damit sie sich im kommenden Frühling nicht ausbreiten können.

Beginnen Sie im Herbst damit die welken Blätter und die herabgefallenen Früchte vom Boden aufzusammeln. Entfernen Sie auch die noch am Baum hängenden Früchte. Diese Abfälle sollten am Besten verbrannt werden. 
 
Im Laufe des Winters sollten Sie den Stamm und die großen Äste abbürsten, damit Moos und Flechten entfernt werden, denn diese können einen potenziellen Zufluchtsort für Parasiten darstellen. Hierfür benutzt man am Besten eine Waschbürste.

Falls Sie eine Metallbürste benutzen sollten Sie nicht zu stark bürsten um den Stamm nicht zu beschädigen.

Benutzen Sie Fungizide und Insektizide

Fungizide bekämpfen Krankheiten und Insektizide Insekten und andere Schädlinge. Man unterscheidet zwischen präventiver Behandlung - die man anwendet um zu verhindern, dass Krankheiten sich ausbreiten  oder Schädlinge sich einnisten können - und kurativer Behandlung - die dazu dient einen befallenen Baum zu heilen. Häufig werden für beide Behandlungsmethoden dieselben Produkte verwendet.

Chemische oder synthetische Produkte (Pestizide) werden in den Gärten immer weniger verwendet. Sie werden häufig von Mitteln ersetzt die weniger schädlich für die Umwelt sind. Es ist darauf hinzuweisen, dass die Verwendung aller Pestizide in Privatgärten ab dem 1. Januar 2019 verboten ist.
 
Aktuelle bevorzugte und empfohlene Behandlungsmethoden enthalten drei Produkttypen die in der biologischen Landwirtschaft zulässig sind:
  • weiße Öle (und Pflanzenöle);
  • Kalkfarben;
  • Mineral-Fungizide.
 

 

Weiße Öle

 
Mineralöle oder weiße Öle wie Paraffinöle sind biologisch abbaubar und werden gegen Milben, Gemeine Spinnmilben, Raupen, Schildläuse und Blattläuse eingesetzt; die Öle ersticken die Eier der Larven indem sie eine undurchlässige Schicht um sie bilden. Sie werden üblicherweise in Form von Konzentraten verkauft, die mit Wasser verdünnt werden und im Winter über den Stamm und die Äste versprüht werden.



Den Stamm mit Kalkfarben streichen

 
Das sogenannte Kalkwasser ist ein Produkt das komplett natürlich ist und das seit langer Zeit von den Gärtnern verwendet wird.
 
Das Kalkwasser macht den Baumstamm frei von Moos, Flechten, mikroskopisch kleinen Pilzen, Insekten und ihren Larven die den Winter unter und in den Schutzräumen der Rinde des Stammes verbringen. Dadurch können andere nachträgliche Behandlungen gegen bestimmte Schädlinge entfallen: Schildläuse, Birnblattsauger, Larven des Apfelwicklers oder Krankheiten wie Kräuselkrankheit, Monilia oder Mehltau. Das Kalkwasser wird im Winter angebracht, vor allem bei älteren Bäumen mit rissiger oder brüchiger Rinde.

Mit Hilfe eines langen und flachen Pinsels wird der Stamm des Baums und die tragenden Äste bestrichen. Bei Bedarf können Sie bevor der erste Anstrich getrocknet ist eine zweite Schicht auftragen um einen besser deckenden Effekt zu erzielen.

 

Mineralfungizide

 
Kupfer und Sulfat sind zwei vollkommen natürliche Produkte die seit Jahrhunderten gegen Pilzerkrankungen eingesetzt werden. Ihre Effizienz ist besser da sie präventiv und somit ganz zu Beginn einer Krankheit eingesetzt werden. Vor jeder Behandlung sollten Sie sich versichern, dass es in den kommenden 48 Stunden nicht regnen wird, da die Behandlung sonst abgeschwächt werden könnte und erneut durchgeführt werden muss.

Bordeaux-Brühe (Kupferkalkbrühe) und andere Kupfersalze

 
Die Bordeaux-Brühe ist ein hochwertiges Produkt der biologischen Bekämpfung. Eine Mischung aus Schwefel, Kupfer und Kalk wird hauptsächlich für Monilio aber auch gegen Mehltau bei Kernobstbäumen, Monilio bei Pflaumen-, Quitten- und Birnbäumen, Kräuselkrankheit bei Pfirsichbäumen, Mehltau bei Apfelbäumen, etc. eingesetzt. Diese Behandlungen von Obstbäumen müssen im richtigen Moment angewandt werden: die erste wird durchgeführt wenn der Baum seine Blätter abwirft, die zweite im Laufe des Winters und die dritte beim Blattaustrieb.




Schwefel

Schwefel ist das beste Mittel (präventiv und heilend) gegen Mehltau, es wird aber auch gegen Schorfpilze und Braunfäule verwendet. Sprühen Sie den Schwefel in einer Mischung von 6 Gramm (g) pro Liter Wasser auf die Blätter, bevor die Blüten sich öffen, um das Keimen der Sporen zu vermeiden.


 

Empfehlungen

 
Wenden Sie die Behandlung nur auf Bäumen an, bei denen es notwendig ist, sie ist für gesunde Bäume nutzlos. Behandeln Sie nicht in der Frostperiode. Wählen Sie einen ruhigen, regen- und windfreien Tag, damit das Produkt nicht verwässert oder verblasen wird. 
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John, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn 56 Ratgeber écrits

John, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn

Bereits von Kindesbeinen an arbeitete ich im Garten der Familie. Vielleicht wurde deshalb mein Interesse für Pflanzen und Gartenarbeit geboren. So war es logisch für mich, zu einem gewissen Zeitpunkt Studien in Pflanzenbiologie und in Agronomie zu folgen.

 

Auf Anfrage verschiedener Verlage schrieb ich in 25 Jahren viele Bücher zum Thema Pflanzen, Pilze (ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt), in der ersten Zeit mehr Pflanzen-Bestimmungsbücher, später dann auch über die Gartenpflege und so konnte ich die erste Leidenschaft meiner Kindheit wiederbeleben.

 

Ich veröffentlichte auch regelmäßig in mehreren Fachzeitschriften Beiträge zum Thema Gartenarbeit, oder etwas allgemeiner gehaltene über Natur. Da es keinen Gärtner ohne Garten gibt, kultiviere ich meinen seit 30 Jahren in einer kleinen Ecke der Auvergne und praktiziere Anbaumethoden, die ich Ihnen gern empfehlen möchte.

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