Sicher auf dem Dach arbeiten: Gesetze, Gerüste, Absturzsicherungen

Sicher auf dem Dach arbeiten: Gesetze, Gerüste, Absturzsicherungen
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Ratgeber verfasst von:
Jérôme, Controller, Berlin

Jérôme, Controller, Berlin

117 Ratgeber
Das Arbeiten in der Höhe ist durch Vorschriften geregelt, und das aus gutem Grund: Die Sturzgefahr ist hoch und kann zu schweren Verletzungen bis hin zum Tod führen. Um Unfälle zu vermeiden, werden PSA und Vorrichtungen wie Gerüste, Fallschutzgurte, Netze und Geländer installiert.

Wichtige Eigenschaften

  • Regeln und Vorschriften
  • Gerüst
  • Sicherheits-Haltegurt
  • Geländer
  • Fallschutznetz

Dacharbeiten: Regeln und Vorschriften


Arbeiten auf dem Dach gehören zu den gefährlichsten. Ob Zimmermann, Dachdecker, Zingler oder auch Schornsteinfeger - Arbeiten auf Dächern, und per Definition in der Höhe, gelten als sehr riskant und als Unfallquelle.
Das größte Risiko ist natürlich der Sturz, aber es ist nicht das einzige. Die Arbeiter können auch mechanischen (Herunterfallen von Werkzeugen) und chemischen Risiken (insbesondere bei Arbeiten an Asbestdachbaustoffen) ausgesetzt sein.
Aus diesen Gründen sind alle Arbeiten in der Höhe (auf Gerüsten, auf Dächern oder Leitern) durch Vorschriften geregelt. Mehrere Texte bestimmen das Verhalten, die zu verwendenden Materialien und die Empfehlungen in Bezug auf Beschilderung und Sicherheit.
Artikel L 4121-1 bis 5 des französischen Arbeitsgesetzbuches ist der wichtigste Artikel, weil er die Verfahren für Eingriffe während der Arbeit in der Höhe detailliert definiert, um die Sicherheit des Personals und die Erhaltung seiner Gesundheit zu gewährleisten, und er beschreibt die beste(n) Lösung(en), welche für ein sicheres Arbeiten umgesetzt werden müssen.
Der Artikel wird ergänzt durch Artikel R 233-13, welcher den Einsatz technischer Mittel (wie Gerüste, Aufzüge, Krane, Geländer usw.) regelt. Artikel L 4224 und alle seine Unterabsätze sind auch deshalb wichtig, weil dort die spezifischen Bestimmungen festgelegt sind, die je nach Beschaffenheit der Baustelle und des Bereichs der laufenden Arbeiten (Dach, Plattform, Vorhandensein ebener Flächen, Tanks usw.) anzuwenden sind.
Ohne auf die Einzelheiten der Gesetzgebung im Detail einzugehen, sei kurz darauf hingewiesen, dass die Artikel L 4323-61; L 4323-62; L 4323-62; L 4323-65; L 4323-66; L 4323-69; L 4323-80 und L 4532-95-696 des Arbeitsgesetzbuches sowie verschiedene Verordnungen wie die vom 21.12.2004 auch Maßnahmen zur Überprüfung von Ausrüstungen, Materialien und Normen für Werkzeuge und Infrastrukturen vorsehen, die während der Arbeiten installiert sein sollen.
Für den reinen Schutz des Personals ist das Tragen von PSA eine Pflicht (Sicherheitsschuhe, Schutzhelm, Visier, Lärmschutzhelm, Schutzbrille usw.) gemäß Artikel 4323-95 des französischen Arbeitsgesetzbuches.
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Gerüste

Wie kann man sicher arbeiten?

Gerüste

Es ist die einfachste Art des Zugangs und der zeitweisen kollektiven Sicherheit für alle Arbeiten in der Höhe. Der Begriff Gerüst bezieht sich auf verschiedene Arten von Konstruktionen.

Individuelle Plattformen

Diese Plattformen von geringer Höhe sind meistens beweglich und ermöglichen (wie der Name schon sagt) nur einer Person den Zugang. Sie sind leicht und kompakt, einfach zu transportieren und können ohne Demontage (in den meisten Fällen) zusammengeklappt werden. Da sie einen Arbeitsplatz in einer Höhe von 2 bis 3 m über dem Boden erreichen können, ist ihr Nutzen auf kleine Baustellen beschränkt (oft in Innenräumen oder auf niedrigen Dächern).
Es ist zwingend erforderlich, dass diese Plattformen ein Geländer und Fallsicherungsringe für größere Höhen aufweisen. Es gibt zwei verschiedene Ausführungen:

  • individuelle Leichtbau-Roll-Arbeitsbühnen (maximale Höhe 1,50 m), NF P 93-353;
  • individuelle Roll-Arbeitsbühnen (maximale Höhe 2,50 m), NF P 93-352.


Bewegliche Gerüste

Sie bestehen aus vorgefertigten, selbsttragenden Elementen und ermöglichen Zugang und Arbeiten in Höhen von bis zu 12 m. Ein oder mehrere Personen gleichzeitig können Sie nutzen. Mit ihrem geringen Platzbedarf sind sie ideal für mittelgroße Projekte von kurzer Dauer.
Sie eignen sich für Arbeiten an Fassaden, senkrechten Wänden oder Decken. Sie können auch als Zugang zu einem Dach genutzt werden. Wie alle Gerüsttypen müssen sie den Anforderungen an Stabilität und Festigkeit genügen. Die spezifischen Normen für bewegliche Gerüste sind NF EN 1004 und NF P 93-520.

Fest- oder Standgerüste

Sie bestehen aus vorgefertigten Elementen und eignen sich für umfangreiche und längere Arbeiten in großer Höhe. Sie ermöglichen den gleichzeitigen Zugriff auf mehrere Arbeitsplätze und helfen beim Handling von Baumaterialien.
Es gibt zwei Arten von Festgerüsten:
  • Rahmengerüste sind die gängigste Art von Gerüsten. Ideal für Arbeiten an Fassaden oder senkrechten Wänden (oder um den Zugang zu hohen Dächern zu erleichtern);
  • multidirektionale Gerüste, speziell entwickelt für komplexe oder industrielle Arbeiten.

Wichtig ist, dass die sogenannten Rohrverbindungs-Gerüste allmählich aufgegeben werden, weil sie nicht mehr den geltenden gesetzlichen Bestimmungen entsprechen.
Was die Vorschriften anbelangt, so muss das Festgerüst den Anforderungen an Stabilität und Festigkeit gemäß den folgenden Texten genügen: NF EN 12810 -1 -2 und NF EN 12811-1 -2 und -3.


Konsolengerüste 
Eine Sonderkonstruktion wenn das Aufstellen auf dem Boden nicht möglich ist. Konsolengerüste werden an einer senkrechten Wand montiert. Sie bestehen aus vorgefertigten Elementen und bieten nur eine Arbeitsebene.
Das Anbringen eines umlaufenden Schutzes ist Pflicht. Ihre Installation ist heikel und erfordert ein gewisses Maß an Erfahrung sowohl bei der Befestigung an der Aufnahme (Front, Wand, etc.) als auch bei der Montage.
Wie alle Gerüste müssen sie den Anforderungen an Stabilität und Festigkeit genügen (Norm NF P 93-354). Aufgrund der komplizierten Montage und Installation wird diese Art von Gerüsten fast ausschließlich von qualifizierten, geschulten und kompetenten Fachleuten eingesetzt. Es ist sehr selten, dass der Zugang zu einem Dach über ein Konsolengerüst erfolgt.

Absturzsicherungssysteme

Neben der traditionellen geregelten Persönlichen Schutzausrüstung [PSA] (Helm, Schuhe usw.) und einer den Vorschriften entsprechenden Konstruktion (Gerüste, Plattformen usw.) gibt es verschiedene Arten von Absturzsicherungssystemen und -ausrüstungen.
Es gibt zwei Hauptarten von Absturzsicherungssystemen:

  • Gesamt-Systeme
  • individuelle Systeme

Die Gesamt-Systeme

Dies sind in der Tat sämtliche Einrichtungen und Infrastrukturen, die installiert wurden, um das Risiko eines Absturzes von Mitarbeitern auszuschließen.
Dabei kann es sich beispielweise handeln um :
  • Sicherheitsgeländer, unter bestimmten Umständen obligatorisch, flexibel oder starr
  • Fallschutznetze, parallel oder senkrecht zu den Wänden, sie sind das effektivste System, wenn es korrekt installiert ist und jeder Bediener auch mit der richtigen PSA ausgestattet ist, um einen Absturz zu unterbrechen oder zu dämpfen. Diese Netze müssen der Norm NF EN 1263-1 entsprechen.


Die individuellen Systeme

Abhängig von den Bedingungen, der Konfiguration und der Art der auszuführenden Arbeiten muss jeder Bediener (zusätzlich zur Basis-PSA) ausgerüstet sein mit:
  • einem Fallschutzgurt mit 1 bis 5 Punkten, er muss komfortabel sein (keine Bewegungseinschränkungen), leicht, und den Bediener (auch im Falle eines Sturzes) senkrecht halten. Alle Gurte müssen der Norm NF EN 361 entsprechen. Einige hochwertige Sicherheitsgeschirre bieten darüber hinaus zusätzliche Konformität, wie z.B. mit Norm NF EN 358, die besagt, dass das Sicherheitsgeschirr mit einem Sicherungsgurt ausgestattet ist. Das Gurtzeug ist eine Grundausrüstung für Arbeiten in der Höhe, alle Arbeiter müssen damit ausgerüstet sein.
  • einem Absturzsicherungssystem, mit oder ohne Falldämpfer, das mit dem Gurtzeug verbunden ist und an einem Anschlagpunkt oder einer Seilvorrichtung bzw. einem Seil befestigt ist. Das Fallschutzsystem funktioniert wie ein Sicherheitsgurt im Auto. Im Falle eines Sturzes wird die Rolle blockiert und ermöglicht das Anhalten des Arbeiters (progressiv bei einem System mit Dämpfer). Der Abruf der Schutzfunktion erfolgt automatisch. Das System muss mindestens der Norm NF EN 360 entsprechen.
  • einer Verankerungsvorrichtung, das ist der Punkt, an dem der oder die Arbeiter angekoppelt werden. Diese Vorrichtung muss daher zuverlässig und robust sein. Sie kann aus einer Ankerstange (gemäß Norm NF EN 795 B) bestehen, die korrekt auf einem Träger befestigt ist, oder aus einer Rettungsleine (gemäß der gleichen Norm wie die Stangen), die an mehreren Punkten verankert ist.
Optionale Ausstattungen wie Seilschutzeinrichtungen (zur Begrenzung von Reibung und vorzeitigem Verschleiß), Zwischenscheiben usw. können verwendet werden.
Wichtiger Hinweis: Alle diese Sicherheitseinrichtungen müssen von geschultem und qualifiziertem Personal bedient und installiert werden; sie müssen den verschiedenen geltenden Normen entsprechen.
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Jérôme, Controller, Berlin 117 Ratgeber écrits

Jérôme, Controller, Berlin
Als ausgebildeter Elektriker arbeitete ich zunächst in der Industrie, wo ich viele Einrichtungen installierte, verkabelte und wartete. Danach betreute ich Teams, die diese Arbeiten realisierten. Vor über zehn Jahren wandte ich mich dem Bau und der Konstruktion zu. Vom kleinen Einfamilienhaus über Fitness-Studios bis zu Konzerthallen hatte ich die Möglichkeit, Baustellen aller Art zu koordinieren, zu kontrollieren und zu organisieren.

Seit 4 Jahren restauriere und erweitere ich ein Ferienhaus im Herzen der Haute Savoie. Meine Berufserfahrung und meine Kenntnisse haben mir dabei einen großen Dienst erwiesen. Landschaftsbau, Innenarchitektur, Dach, Sanitär, Strom, alles ist möglich! Wir, meine Tochter, meine Frau und ich, haben fast alles selbst gemacht! Ihre Fragen beantworten, Sie anleiten oder bei der Wahl Ihrer Werkzeuge beraten? Ganz einfach!

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