Pflanzen umtopfen: So geht's

Pflanzen umtopfen: So geht's

Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn

Ratgeber verfasst von:

Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn

98 Ratgeber

Beim Umtopfen geht es darum, einen zu klein gewordenen Pflanzenbehälter gegen einen größeren auszutauschen. Bei dieser Gelegenheit kann man auch ein neues Substrat hinzugeben oder eine Drainageschicht einfügen. Durch das Umtopfen erhält die Pflanze den Platz, die Entwässerung und die Nährstoffe, die sie für ein gutes Wachstum benötigt.

Wichtige Eigenschaften

  • Vorteile
  • Zeitraum
  • Arbeitsschritte beim Umtopfen
  • Oberflächenbehandlung
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Wozu eine Pflanze umtopfen?


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Das Umtopfen einer Pflanze ist aus zweierlei Gründen notwendig:

  1. Die im Topf enthaltene Erde wird durch die Nährstoffaufnahme der Pflanze und das ständige Gießen mit der Zeit nährstoffärmer.
  2. Die Wurzeln wachsen beständig weiter und haben nicht ausreichend Platz, wenn sie keinen größeren Topf erhalten.

Das Umtopfen betrifft im Allgemeinen alle Zimmerpflanzen, Balkon- und Freilandpflanzen in Kübeln, die an einem geschützten Ort überwintern, wie z.B. Zitrusfrüchte.

Wann und wie oft sollte umgetopft werden?


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Jüngere Pflanzen im vollen Wachstum sollten jedes Jahr umgetopft werden. Bei anderen Pflanzen genügt ein Umtopfen alle zwei oder sogar nur alle drei Jahre.

Bestimmte Anzeichen lassen uns erkennen, dass es Zeit zum Umtopfen ist:

  • Die Pflanze wächst kaum, entwickelt kürzere Triebe, kleinere Blüten und Blätter;
  • Die feinen Wurzeln wachsen durch die Ablauflöcher.

Die beste Zeit für einen Topfwechsel ist zu Frühjahrsbeginn im März, bevor die Wachstumsperiode der Pflanze wieder beginnt. Vermeiden Sie ein Umtopfen der Pflanze während der Blüte. Allerdings empfiehlt es sich, eine Pflanze direkt nach dem Kauf umzutopfen, da die ursprünglichen Töpfe oder Blumenkästen häufig zu eng sind.

Umtopfen einer Pflanze in 4 Schritten

1. Die Materialien vorbereiten

Sie benötigen:

  • einen Topf mit einem größeren Durchmesser, je nach Größe der Pflanze;
  • spezielle Umtopferde;
  • Drainagematerial (Kies, Blähtonkugeln, etc.), wobei eine Drainage nicht nötig ist, wenn Sie einen Topf mit Wasserspeicher verwenden;
  • ein Kultursubstrat speziell für die Pflanze, gebrauchsfertig gekauft oder selbst hergestellt;
  • ein geotextiles Vlies;
  • Zubehör: Gießkanne, Pflanzkelle, Gartenschere, Gartenkralle, Sieb.
  • Persönliche Schutzausrüstung (PSA): Schutzhandschuhe, Gartenarbeitskleidung.

2. Den Topf vorbereiten


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  • Im Boden des Behälters sollte sich ein Ablaufloch von mindestens 8 mm Durchmesser befinden. Bei einem großen Topf oder einem Blumenkasten benötigt man mehrere Löcher im Abstand von 10 cm.
  • Im Sommer ist die Topferde auf einem Balkon hohen Temperaturen ausgesetzt und die Wurzeln leiden darunter. Um sie zu schützen, isolieren Sie die Innenwand des Behälters mit dünnen Polystyrolplatten (einige Millimeter Dicke genügen).
  • Geben Sie eine Schicht auf den Boden des Behälters, um die Blumenerde zu entwässern und überschüssige Feuchtigkeit zu verhindern, damit die Wurzeln nicht zu nass werden. Diese Schicht besteht aus Kies, Puzzolane, Tonscherben oder Blähtonkugeln und sollte etwa 1/6 des Behältervolumens des ausmachen.
  • Verwenden Sie für große Töpfe ein Geotextilvlies, das als Filter zwischen der Drainageschicht und der Blumenerde fungiert. Dadurch wird verhindert, dass die Blumenerde die Zwischenräume der Drainageschicht verstopft. Achten Sie darauf, die Vliesränder entlang der Topfwand etwas nach oben zu falten.

4. Die Pflanze aus dem Topf nehmen


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  • Drehen Sie den alten Topf mit der Pflanze um (oder legen Sie ihn auf die Seite) und klopfen Sie auf den Boden. Ziehen Sie mit einer Hand behutsam an der Pflanze und halten Sie mit der anderen Hand den Topf fest.
  • In einigen Fällen kann es notwendig sein, den Behälter zu zerbrechen oder zu zerschneiden, um den Wurzelballen, d.h. die kompakte Masse bestehend aus Blumenerde und Wurzeln, zu befreien.
  • Dieser Vorgang kann erleichtert werden, indem man die Bewässerung vorübergehend einstellt: Die Erde zieht sich zusammen, wodurch sie leichter herausgenommen werden kann. Vermeiden Sie dies jedoch bei großer Hitze.

4. Die Pflanze wieder eintopfen


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  • Lockern Sie den Wurzelballen mit der Gartenkralle rundherum auf, insbesondere wenn die Wurzeln ein Knäuel gebildet haben (spiralförmig um den Wurzelballen gewickelte Wurzeln). Dies ist ein Anzeichen dafür, dass Sie zu lange mit dem Umtopfen gewartet haben.
  • Geben Sie eine Schicht Blumenerde in den Boden des Behälters und setzen Sie den Wurzelballen in die Mitte. Achten Sie darauf, dass seine Oberfläche 4 oder 5 cm unter dem Rand des Topfes liegt.
  • Füllen Sie Substrat oder Blumenerde rund um den Wurzelballen ein und bedecken Sie damit auch die Oberfläche des Wurzelballens. Anschließend festdrücken und gießen. Die Blumenerde setzt sich nach dem Gießen etwas ab, geben Sie weitere Erde hinzu und gießen Sie erneut.
  • Sie können eine feine Schicht Tonperlen auf die Oberfläche streuen, um eine gute Feuchtigkeit beizubehalten und Wasserverlust durch Verdunstung zu begrenzen.
  • Düngen Sie nicht sofort, warten Sie mindestens 3 Wochen.
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Oberflächenbehandlung: eine Alternative für Pflanzen in großen Pflanzgefäßen


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Pflanzen in großen Töpfen oder Pflanzgefäßen lassen sich manchmal schwer umtopfen. In dem Fall kann man eine Oberflächenbehandlung vornehmen, d.h. man begnügt sich damit, die Blumenerde an der Oberfläche bis zu einer Tiefe von einigen Zentimetern auszutauschen.

Sie wird einmal im Jahr im Monat März bei bestimmten Pflanzen durchgeführt. Dies sind die gängigsten:

  • Feige;
  • Gummibaum;
  • Palme;
  • Philodendron;
  • Yucca-Palme;
  • Bougainvillea;
  • Zitrone;
  • Orange;
  • Heidekrautgewächse: Rhododendren, Azaleen, japanische Ahorne, Kamelien.

Oberflächenbehandlung einer Pflanze in 4 Schritten

  1. Lockern Sie die Oberseite des Wurzelballens mit einer Gartenkralle auf. Achten Sie darauf, die Wurzeln nicht zu verletzen.
  2. Entfernen Sie das alte Substrat mit einer Pflanzkelle und ersetzen Sie es durch ein Gemisch aus Blumenerde und Kompost oder durch eine Erde, die sie selbst mit einem Dünger angereichert haben.
  3. Anschließend festdrücken und gießen.
  4. Düngen Sie die Pflanze einen Monat später, um Ihr Wachstum zu fördern. 

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Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn

Schon als Dreikäsehoch half ich zu Hause bei der Gartenarbeit mit. Wahrscheinlich entwickelte ich damals mein Interesse für Pflanzen und fürs Gärtnern, weshalb es nur logisch erschien, dass ich Biologie und Agrarwissenschaften studiert habe. Im Auftrag für verschiedene Verlage verfasste ich über 25 Jahre lang zahlreiche Bücher über Pflanzen und Pilze (für die ich eine besondere Vorliebe habe), und zwar anfangs hauptsächlich Bestimmungsbücher, bevor ich zu Gartenratgebern überging und damit zu einer Leidenschaft aus Kindheitstagen zurückkehrte. Ich habe auch regelmäßig für verschiedensten Garten- oder Naturzeitschriften gearbeitet. Und weil ich ohne Garten kein richtiger Gärtner wäre, habe ich mir an einem hübschen Flecken meine eigene Grünoase geschaffen. Hier setze ich seit 30 Jahren verschiedene Anbauverfahren um, die ich Ihnen ans Herz legen möchte.

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