Parkett schwimmend verlegen: So geht's

Parkett schwimmend verlegen: So geht's

Sebastian, Heimwerker Autodidakt, München

Ratgeber verfasst von:

Sebastian, Heimwerker Autodidakt, München

220 Ratgeber

Parkett schwimmend zu verlegen ist besonders günstig und einfach. Ob auf Fliesen, einer Betonplatte oder einem Holzboden, im Wohnzimmer oder Schlafzimmer: die schwimmende Verlegung bedarf einer Trittschalldämmung, auch Unterschicht genannt. Hier erfahren Sie mehr über die verschiedenen Arbeitsschritte, von der ersten Diele bis hin zur Türschwelle.

Wichtige Eigenschaften

  • Dampfsperre und Trittschalldämmung
  • Ebenheit des Untergrundes und Verlegerichtung der Dielen
  • Zuschneiden abgerundeter Ecken
  • Bodenleisten und Türschwelle
Zu den Parkettböden

Schwimmendes Parkett: Arbeitsbedingungen, nötiges Material und Zubehör

Arbeitsbedingungen für schwimmendes Parkett


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Wie der Name schon sagt, besteht eine schwimmende Verlegung darin, Ihr Parkett vom Untergrund, auf dem es ruht, zu trennen: Das Parkett „schwimmt“, wobei es sich frei ausdehnen kann, aber auch den Gebrauch von Leim oder Nägeln – die beim Verlegen von Massivparkett auf Balken nötig wären – überflüssig macht.

Außerdem können fast alle Untergründe im Wohnbereich mit schwimmendem Parkett eingedeckt werden. Sie können es auch auf einen alten Teppich legen – ideal um die Unterschicht zu ersetzen! – auf Fliesen, einen alten Holzboden oder direkt auf den Estrich. Die Verwendung einer Trittschalldämmung wird dringend empfohlen, sowohl um eine bessere Ebenheit zu gewährleisten, als auch, um das Parkett zu isolieren und zu schützen. Selbstverständlich muss der Untergrund eben sein!

Arbeitsschritte

1. Verlegen der Dampfsperre und Trittschalldämmung

2. Überprüfen der Ebenheit des Untergrundes und Ermitteln der Verlegerichtung der Dielen

3. Verlegen der ersten Dielen

4. Zuschneiden abgerundeter Ecken um Fenster oder Hindernisse

5. Abschließende Arbeiten: Bodenleisten und Türschwelle

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Trittschalldämmungen

Verlegung des Laminatbodens: das Video-Tutorial

In der von Haro, dem deutschen Parketthersteller, angebotenen Video-Anleitung wird vor dem Parkett und der Trittschalldämmung eine Dampfsperre verlegt, wobei in der linken Ecke die erste Diele verlegen wird, ohne die Rechtwinkligkeit zu prüfen. Verlegen Sie die Dielen sauber und akkurat und entscheiden Sie sich eher dafür die Türen unten abzusägen, als das Parkett passgenau zuzuschneiden. Selbstverständlich ist dies auch möglich, wobei für diese aufwendigere Arbeit beispielsweise eine spezielle Parkettschmiege nötig ist. Die Verlegung des Parketts wird abgeschlossen, indem die Sockelleisten installiert werden.

1. Verlegen der Dampfsperre und Trittschalldämmung

Verlegen der Dampfsperre vor der Trittschalldämmung


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Beim Verlegen eines schwimmenden Parketts auf einer Betonplatte oder auf einer Fußbodenheizung muss zwingend eine Kunststofffolie ausgerollt werden, um übermäßige Bewegungen des Parketts durch starke Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen zu verhindern.

Wird keine solche Dampfsperre verlegt, kann dies das schwimmend verlegte Parkett schon nach einigen Tagen dauerhaft beschädigen. Dabei kann diese Folie ganz einfach verlegt werden! Sie müssen lediglich daran denken, die einzelnen Bahnen mindestens 15 cm überlappen zu lassen und mit speziellem Klebeband dicht zu verkleben. Die später von den Bodenleisten verdeckte Folie sollte weiterhin an den Wänden etwa 10 cm überstehen, um alles richtig abzudichten.

Verlegen der Trittschalldämmung unter dem Parkett


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Auch das Verlegen der Trittschalldämmung, auch Unterschicht genannt, ist nicht zu überspringen, da sie die Leichtigkeit der nachfolgenden Verlegung Ihres Parketts sicherstellt und die thermische sowie akustische Isolierung gewährleistet. Hierbei sollten Sie unbedingt die Herstellerempfehlungen zum Verlegen berücksichtigen. Hier sind einige wichtige Punkte, die Sie im Kopf haben sollten:

  • die Verlegerichtung, oft senkrecht zu den Dielen;
  • die Abdeckung, die Bahnen können sich überlappen oder auch nicht;
  • die Abdichtung, mit einem Dichtungsband.

Lassen Sie sich bei der Verlegung der Trittschalldämmung Zeit, vermeiden Sie Falten und gehen Sie vorsichtig damit um. Wenn es der Raum zulässt, verlegen Sie die Unterschicht nach und nach mit dem Parkett, um sie nicht mit den Schuhen zu beschädigen. Die Unterschichten für Parkett sind in zwei Formen erhältlich:

  • als Rolle;
  • als Platten.

Die zweite Variante ist einfacher zu verlegen, aber oft teurer.

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Trittschalldämpfungen für Parkett und Laminat

2. Überprüfen der Ebenheit des Untergrundes und Ermitteln der Verlegerichtung der Dielen

Ein guter Start ist von vorrangiger Bedeutung, damit Ihr Parkett ein optisch gutes Aussehen erhält und Ihnen die Verlegung vereinfacht. Im Allgemeinen folgt die Richtung der Dielen dem Licht des Raumes, also senkrecht zur Wand mit dem Fenster. Für die Verlegung in einem Flur wählt man im Allgemeinen, die Dielen parallel zur Länge des Flurs zu verlegen. Am einfachsten ist es, an der Verbindung zweier rechtwinklig verlaufender Wände zu beginnen, dies garantiert eine geradlinige und sichere Installation.

Überprüfen der Rechtwinkligkeit des Raumes


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Wenn Ihr Raum jedoch unkonventionelle Winkel aufweist, benötigen Sie eine Richtschnur, um eine gerade Linie senkrecht zu einer Ihrer Wände auf dem Boden zu ziehen: Ihr Parkett wird so optimal platziert.

Um diese Linie zu zeichnen, verwenden Sie den Satz des Pythagoras (AB² + AC² = BC²); AB repräsentiert eine Ihrer Wände, Sie müssen dann den Punkt C so auf dem Boden positionieren, dass Sie eine perfekte Rechtwinkligkeit zu A erhalten, indem Sie die berühmte Gleichung beachten.

Idealerweise müssen Sie Ihre Dielen planen, d. h. berechnen, wie viele Dielen Sie benötigen und welche Schnitte notwendig sind, um das andere Ende des Raumes zu erreichen. Somit vermeiden Sie mühsame Schnitte und Verluste. Selbstverständlich können Sie mit der Seite beginnen, die für Sie am günstigsten ist – rechts oder links.

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Richtschnüre

3. Verlegen der ersten Dielen


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Nehmen Sie die erste Diele und übertragen Sie den durch die Wände gegebenen Winkel mit einer Winkelschmiege (falls erforderlich). Schneiden und legen Sie sie dann auf die Unterlage, indem Sie die Abstandshalter – in Länge und Breite der Diele – einsetzen.

Verbindung der schwimmend verlegten Dielen

  • Montieren Sie anschließend die Dielen nacheinander, indem Sie vom Hersteller empfohlene Technik verwenden.
  • Überprüfen Sie, dass an den Dielenverbindungen kein Abstand ist.
  • Schlagen Sie leicht mit einem Schlagklotz und einem Gummihammer auf die Diele, um sie näher an die andere zu bringen.
  • Vergessen Sie vor allem die Abstandhalter entlang dieser ersten Reihe nicht!
  • Wenn Sie das Ende der Reihe erreicht haben, messen Sie die Länge der letzten Diele unter Abzug eines Spielraumes von 0,7 mm.
  • Schneiden und fügen Sie die Diele ein. Eine schnellere Methode besteht darin, die Diele an die Wand zu legen und den Schnittpunkt direkt anzuzeichnen, aber seien Sie vorsichtig und messen Sie genau, dass Sie sich nicht täuschen!
  • Beginnen Sie dann die nächste Reihe mit der restlichen Diele und wiederholen Sie die oben erläuterte Verlegetechnik.

4. Zuschneiden abgerundeter Ecken um Fenster oder Hindernisse

Formen einfach mit der Schmiege abnehmen


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Übertragen Sie die Ausschnitte präzise auf die Dielen, indem Sie auch den Ausdehnungsraum mit berechnen. Die spätere Optik hängt von Ihrer Fähigkeit ab, mit der Stichsäge umzugehen und Maß zu nehmen. Für diese Arbeiten können Sie eine Schmiege verwenden, um die genaue Form abnehmen zu können.

Auf der Ebene der Türeinfassungen ist es im Idealfall notwendig:

  • die Türeinfassungen zuzuschneiden, um die Dielen darunter einfügen zu können;
  • die Diele in der gewünschten Form zuzuschneiden und den unansehnlichen Spielraum mit einer Fuge der gleichen Farbe füllen.

Parkett richtig um gerundete Formen verlegen: das Video-Tutorial

5. Abschließende Arbeiten: Bodenleisten und Türschwelle

Entfernen der Abstandhalter und Abschneiden der überstehenden Dampfsperre und Trittschalldämmung


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Die Abstandshalter werden am Ende des Projekts entfernt. Die eventuell überstehende Dampfsperre wird mit einem Cutter abgeschnitten.

Bodenleisten mit Klicksystem, Kleber oder Schrauben befestigen


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Sockel- oder Abschlussleisten, als Viertelstab oder flach, werden genagelt, geklebt oder geklippst. Je nach Art wird anders verlegt. In Ecken und bei jedem Anschluss wird ein Gehrungsschnitt (diskreter) mit einer Gehrungssäge durchgeführt.

Installation der Türschwelle


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Die Türschwellen werden geschraubt oder geklebt, wobei Letzteres weniger robust ist! Schneiden Sie die Schwelle entsprechend der Breite des Durchgangs zu.

Abschlussfuge

Die Fugen verdecken eventuelle Schnittfehler oder Bereiche, die nicht mit dem Parkett abgedeckt werden können. Wählen Sie einen Farbton ähnlich Ihres Parketts.

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Übergangsprofile

Was Sie zum schwimmenden Verlegen von Parkett benötigen

Know-how


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Das schwimmende Verlegen von Parkett ist jedem Handwerker zugänglich. Sie müssen lediglich wissen, wie man Maß nimmt und mit der Stichsäge umgeht.

Benötigte Zeit


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5 Stunden für 20 m²

Empfohlene Personenanzahl


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1 Person

Material und Werkzeug

  • Kunststoff-Dampfsperre: auf Betonplatten und Fußbodenheizungen ist eine Kunststofffolie nötig.
  • Trittschalldämmung bzw. Unterschicht: je nach Untergrund. Je dicker sie ist, desto besser kompensiert sie die Unebenheiten des Bodens. Die Unterlage bietet eine Trittschall- und Wärmedämmung, in einem Wort: unentbehrlich.
  • Mehrschichtparkett oder Laminatboden: Stellen Sie sicher, dass Sie Ihr schwimmend zu verlegendes Parkett entsprechend dem Raum und der Verwendung wählen (UPEC-Nutzungsklasse). Planen Sie etwa 10 % mehr ein, um den durch die Schnitte und mögliche beschädigte Dielen verursachten Verlust auszugleichen.
  • Endbearbeitungszubehör: Bodenleisten und Türschwellen ganz nach Wunsch und Konfiguration des Raumes, in dem der Boden verlegt wird. Türschwellen können verklebt, verschraubt oder mit einem Klicksystem befestigt werden.

Spezielles Werkzeug


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  • Schlagklotz, um das Einfügen der Dielen zu vereinfachen.
  • Gummihammer, um auf den Schlagklotz zu schlagen.
  • Zugeisen, um die Dielen einfacher miteinander verbinden zu können.
  • Abstandhalter, die zwischen Parkett und Wand oder Hindernissen eingefügt werden, um eine gleichmäßige Dehnungsfuge rund um das Parkett zu bilden. Die spitz zulaufenden Abstandhalter sorgen für einen Abstand von 7 bis 8 mm.

Schneid- und Messwerkzeug


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  • Stichsäge, unverzichtbar beim Umgehen von Hindernissen. Es gibt Sägeblätter mit umgekehrten Zähnen, um Splitter auf der Dekorschicht Ihrer Dielen zu vermeiden, ansonsten schneiden Sie auf der Rückseite!
  • Schneidemaschine für große Flächen. Ein sehr praktisches Werkzeug, das Ihre Dielen präzise und staubfrei schneidet!
  • Winkelmaß und Winkelschmiege, um Ihre Schnitte mit Genauigkeit nachzuzeichnen.
  • Maßband und feiner Stift für die Messungen und das präzise Zeichnen der Schnitte.

Persönliche Schutzausrüstung


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  1. Atemschutzmaske
  2. Schutzhandschuhe
  3. Schutzbrille
  4. Gehörschutz
  5. Schutzkleidung

Diese Liste ist nicht vollständig. In jedem Fall muss die persönliche Schutzausrüstung an die jeweilige Arbeitssituation angepasst werden.

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Persönliche Schutzausrüstung

Mehr zu Parkett erfahren

Weitere Tipps und Ratschläge finden Sie in unseren anderen Ratgebern zum Thema Parkett:

Zu den Parkettböden

Ratgeber verfasst von:

Sebastian, Heimwerker Autodidakt, München, 220 Ratgeber

Sebastian, Heimwerker Autodidakt, München

Nach meinem Abschluss an einer Handelshochschule bot sich mir die Gelegenheit, eine Ausbildung zum Zimmermann zu machen. Was für ein edler, aber harter Beruf! Die Winter und der Regen trieben mich jedoch von den Dächern wieder herunter und direkt durch die Tür eines Eisenwarengeschäfts, in dem ich daraufhin – wenig überraschend – als Eisenwarenhändler gearbeitet habe. Vom Hammer bis zum Meißel habe ich im Laufe der Jahre auch alle Abteilungen in Heimwerkermärkten kennengelernt und weiß genau, wie die Produkte dort funktionieren und wofür man sie braucht. Neben meiner Tätigkeit für diese beiden Läden habe ich aber auch als Schlosser, Dachdecker, Tischler oder in der Industriebranche gearbeitet. Dank meiner praktischen Erfahrungen und meines technischen Know-hows weiß ich genau, was ein gutes Werkzeug oder die richtige Ausrüstung ausmacht. Und weil ich lieber schriftlich einen guten Rat gebe, als von Montag bis Samstag in einem Geschäft zu stehen und immer dieselbe Beratung zu geben, war es nur logisch, dass ich Autor geworden bin.

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