Obstbäume schneiden: So geht's

Obstbäume schneiden: So geht's

Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn

Ratgeber verfasst von:

Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn

98 Ratgeber

Ein Obstbaumschnitt ist eine Maßnahme, vor der Hobbygärtner oft zurückschrecken, zumal die Meinungen über die richtige Vorgehensweise auseinandergehen. In einem Kleingarten geht es nicht darum, die höchste Produktivität zu erzielen, sondern gesunde und schmackhafte Früchte zu ernten, wobei die Grundprinzipien eingehalten werden sollen.

Wichtige Eigenschaften

  • Kern- und Steinobstbäume
  • Sommer-, Herbst- und Winterschnitt
  • Erforderliche Maßnahmen
Zu den Pflanzenmischungen

Welche Obstbäume müssen geschnitten werden?


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Der Fruchtschnitt soll eine zufriedenstellende Obstproduktion erzielen. Er wird an Kernobstbäumen (hauptsächlich Apfel und Birne) sowie an Steinobstbäumen (Pfirsich, Aprikose, Kirsche, Pflaume) vorgenommen. In der Praxis werden hauptsächlich Apfel-, Birnen-, Pfirsich- und Aprikosenbäume geschnitten. Diese Maßnahme erfolgt an anderen Obstbäumen weniger wegen der Fruchtbildung.

Bei Freilandbäumen mit großen Formen (Hoch- und Halbstamm) ist ein Schnitt nicht erforderlich, um Früchte zu erhalten. Bei diesen wird nur alle 4 bis 5 Jahre eine Ausästung vorgenommen, was dem Auslichten der Baumkrone dient. Dabei werden kranke oder schlecht gewachsene Äste entfernt.

Bei Bäumen mit kleinen Formen (Spindel, Trichter) und Spalierbäumen muss der Schnitt gewissenhafter erfolgen. Diese Bäume werden im Wesentlichen aus zwei Gründen geschnitten:

  • Erzeugung einer regelmäßigen Fruchtbildung mit Früchten in angemessener Menge und von ausreichender Größe. Das Entfernen eines Teils der Holztriebe begünstigt das Wachstum von Früchten.
  • Bewahrung der künstlich erzeugten Form des Baumes und Vereinfachung der Ernte, indem durch einen wiederholten Schnitt die Höhe begrenzt wird. 

Wann man Obstbäumsch scheidet:

Der Sommer- oder Grünschnitt

Dieser Schnitt erleichtert den nachfolgenden Schnitt erheblich. Wenn die frisch gewachsenen Zweige gekürzt werden, wird der Saft nicht unnötigerweise zur Ernährung der Blätter verwendet, sondern kommt mehr den Früchten zugute. Der Sommerschnitt wird an kleinen Baumformen und Spalierformen von Apfel-, Birnen-, Pfirsich- und Aprikosenbäumen angewendet.

Kernobst


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Es werden hauptsächlich kräftig austreibende Arten geschnitten. Durch das Schneiden der Zweigspitzen wird die Umwandlung der Knospen an der Basis in Blütenknospen gefördert.

Schneiden Sie den Zweig nach dem 5. Blatt nach der Stelle, an der der Winterschnitt vorgenommen wurde. Ein paar Wochen später wird sich die obere Knospe zu einem Zweig entwickelt haben. Schneiden Sie diesen nach dem 2. Blatt ab. Wiederholen Sie diesen Vorgang auf die gleiche Weise, wenn sich später ein neuer Zweig bildet. Wenn die Zweige Früchte tragen, schneiden Sie 2 oder 3 Blätter nach dem Fruchtstand. Dadurch werden die Früchte besser mit Saft versorgt.

Das Entfernen eines Teils der Früchte während der Wachstumsperiode (Ausdünnung) kann ebenfalls als Teil des Grünschnitts betrachtet werden. Die Ausdünnung wird vor allem bei Bäumen mit Kernobst vorgenommen und ist eine wichtige Maßnahme, um den übriggebliebenen Früchten ein stärkeres Wachstum zu ermöglichen. Sie erfolgt während des Früchtewachstums, nachdem der natürliche Fall der Früchte schon einmal die Vorarbeit geleistet hat.

Steinobst


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Bei Pfirsichbäumen ist der Sommerschnitt vielleicht der wichtigste. Er wird jedoch nur bei Gartenpflanzen oder kleinen Formen (Trichter, Spalier) vorgenommen.

Die fruchttragenden Zweige werden im Mai geschnitten, wenn die Früchte die Größe einer Walnuss haben. Behalten Sie nur eine Frucht pro Gruppe und schneiden Sie den Ast nach der 4. oder 5. Frucht.

Bewahren Sie die 2 Zweige an der Basis. Diese werden im kommenden Jahr Früchte tragen. Schneiden Sie nach dem 3. Blatt alle Zweige, die in der Nähe der Früchte sprießen und entfernen Sie wiederum an deren Basis alle anderen Zweige.

Der Winterschnitt an Kernobst

Schneiden Sie nicht zu früh!


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Der Winterschnitt erfolgt im Winter während der Winterruhe, und zwar so spät wie möglich, von Mitte Februar bis Ende März, wenn es nicht mehr friert, aber bevor sich die Blüte entwickelt.

Ein Schnitt mitten im Winter bei milden Temperaturen kann dazu führen, dass Knospen entstehen und junge Triebe, Blüten oder junge Früchte dem Frost ausgeliefert sind, wenn die Kälte anschließend zurückkehrt. Bei einem Schnitt kurz vor Beginn des Wachstums haben die Knospen Zeit, sich zu Holzknospen, Blütenknospen oder Stacheln zu entwickeln, wodurch sich leichter bestimmen lässt, wo die Gartenschere angesetzt werden muss. Außerdem vernarben die Wunden dann besser.

5 erforderliche Maßnahmen


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  1. Entfernen Sie tote Äste und auch solche, die beschädigt sind.

  2. Entfernen Sie Äste, die nach innen zur Baumkrone wachsen.

  3. Entfernen Sie sich kreuzende Äste und bewahren Sie jene, die vom Baum weg wachsen.

  4. Schneiden Sie an der Basis alle Zweige ab, die vertikal wachsen: Es sind „Vielfraße“, kräftige Zweige, die nur Holz und keine Früchte hervorbringen.

  5. Kürzen Sie die Zweige (dies ist der Rückschnitt), indem Sie etwa 1/3 der Länge der Triebe aus dem Vorjahr entfernen, sodass die Früchte näher an den Hauptästen und nicht am Ende langer Zweige wachsen. Versuchen Sie immer, oberhalb einer nach außen gerichteten Knospe zu schneiden, um ein nach innen gerichtetes Wachsen in den Baum zu vermeiden.

Der Herbstschnitt an Steinobstbäumen


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Im Gegensatz zu Kernobstbäumen bringen die Zweige von Steinobstbäumen, die bereits Früchte produziert haben, keine Früchte mehr hervor und können daher geschnitten werden. Da sich die Früchte dieser Arten an den Zweigen des Vorjahres bilden, kann durch das Zurückschneiden dieser Äste verhindert werden, dass die Früchte an immer weiter von der Mitte des Baumes entfernten Zweigen wachsen.

Der Schnitt erfolgt daher zum Ende des Sommers oder im Herbst, nachdem der Saft in die Wurzeln gesunken ist, jedoch vor dem Einsetzen der Kälte, da diese Bäume schlecht vernarben und im Winter anfälliger für Schädlingsbefall sind.

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Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn

Schon als Dreikäsehoch half ich zu Hause bei der Gartenarbeit mit. Wahrscheinlich entwickelte ich damals mein Interesse für Pflanzen und fürs Gärtnern, weshalb es nur logisch erschien, dass ich Biologie und Agrarwissenschaften studiert habe. Im Auftrag für verschiedene Verlage verfasste ich über 25 Jahre lang zahlreiche Bücher über Pflanzen und Pilze (für die ich eine besondere Vorliebe habe), und zwar anfangs hauptsächlich Bestimmungsbücher, bevor ich zu Gartenratgebern überging und damit zu einer Leidenschaft aus Kindheitstagen zurückkehrte. Ich habe auch regelmäßig für verschiedensten Garten- oder Naturzeitschriften gearbeitet. Und weil ich ohne Garten kein richtiger Gärtner wäre, habe ich mir an einem hübschen Flecken meine eigene Grünoase geschaffen. Hier setze ich seit 30 Jahren verschiedene Anbauverfahren um, die ich Ihnen ans Herz legen möchte.

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