Druckerhöhungsanlage Die richtige Auswahl Ihrer Druckerhöhungsanlage

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Sebastian, Autor, München

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Der Wasserdruck des Haushaltes kann mit einer Druckerhöhungsanlage erhöht werden. Eine solche Anlage schaltet sich beim Öffnen des Wasserhahns automatisch ein, um für einen optimalen Wasserdruck zu sorgen. Einfach toll! Ein zusätzliches Ausdehnungsgefäß sorgt für noch mehr Komfort!

Wichtige Eigenschaften

  • Durchsatz
  • Druck
  • Meter Wassersäule
  • Wasserart
  • Druckerhöhungsanlage
  • Ausdehnungsgefäß
  • Druckerhöhungspumpe
  • Hauswasserwerk

Die Druckerhöhungsanlage sorgt für mehr Wasserdruck im Haushalt

Detaillierte Ansicht eines Hauswasserwerks

Eine Druckerhöhungsanlage ist eine Pumpe mit oder ohne Membran-Ausdehnungsgefäß, die den Wasserdruck im Haushaltsnetzwerk erhöht oder diesen in den Rohren konstant hält, falls viel Wasser gezapft wird. Eine solche Anlage ist besonders nützlich im Haushalt, um Unterdruckprobleme zu lösen (wenn beispielsweise die Waschmaschine läuft und gleichzeitig geduscht wird). Die Druckerhöhungsanlage schaltet sich automatisch ein und aus, sobald ein Druckabfall bzw. -anstieg erfasst wird. Dies wird durch einen integrierten Druckschalter ermöglicht, der je nach Druck aktiviert wird.
 
Für Poolbesitzer kann es interessant sein, einen relativ hohen Wasserdruck zu haben, da somit automatische Poolreiniger und Pool-Roboter effizient genutzt werden können, um hartnäckige Verschmutzungen zu entfernen. Eine spezielle Pool-Druckerhöhungsanlage kann somit erforderlich sein.

Druckerhöhungsanlagen mit Membran-Ausdehnungsgefäß

Das Hauswasserwerk besteht aus einer Oberflächenpumpe, einem Membran-Ausdehnungsgefäß und einer Druckerhöhungsanlage (inklusive Oberflächenpumpe) und ermöglicht die Förderung von Brunnen- oder Flusswasser usw. bis zum Haus (für die Toilettenspülung) oder die automatische Bewässerung des Gartens. Die Auswahl einer solchen Anlage ist besonders komplex, da sie eine Oberflächenpumpe integriert (Förderhöhe, Durchsatz usw.).


Der Vorteil eines Membran-Ausdehnungsgefäßes

Der Behälter, der auch Membrandruckbehälter oder Membrankessel genannt wird, spielt die Rolle eines Speichertanks.
Das entsprechende Tankvolumen ist variabel und der enthaltene Speicher für Unterdruckwasser schützt die Druckerhöhungspumpe vor wiederholten Anläufen.
Das Ausdehnungsgefäß kommt spezifisch mit Brauchwasser zum Einsatz.

Druckerhöhungsanlage, Druckerhöhungspumpe und Hauswasserwerk: die Hauptunterschiede

Druckerhöhungsanlage

Die Druckerhöhungsanlage erhöht, wie es der Name schon sagt, den Wasserdruck im Haushalt. Die Druckerhöhungsanlage kann mit einer Oberflächenpumpe oder einer Tauchpumpe kombiniert werden, falls Wasser gepumpt werden muss, oder im Wassernetzwerk nach dem Zähler installiert werden, um Überdruckprobleme zu verhindern. Meistens wird sie jedoch mit einer Pumpe (Druckerhöhungspumpe) kombiniert, um den Durchsatz zu optimieren.

Druckerhöhungspumpe

Die Druckerhöhungspumpe ist eine Pumpe, die für mehr Druck sorgt. Die Druckerhöhungspumpe startet und läuft immer, wenn Wasser gezapft wird, was zu einem höheren Energiebedarf führt. Bei einer eher seltenen Nutzung und einem geringen Wasserverbrauch ist eine Druckerhöhungspumpe ausreichend. Steigt der Bedarf an, muss ein Hauswasserwerk oder eine Eigenwasserversorgungsanlage installiert werden.

Hauswasserwerk

Das Hauswasserwerk, oder Eigenwasserversorgungsanlage, besteht aus einer Oberflächenpumpe, einem Membran-Ausdehnungsgefäß und einer Druckerhöhungsanlage (inklusive Oberflächenpumpe).

Der Vorteil das Hauswasserwerks liegt in der separaten Installation und darin, dass überflüssiges Starten durch das im Membran-Ausdehnungsgefäß enthaltene Wasser verhindert wird: Die Pumpe schaltet sich automatisch aus, wenn das Ausdehnungsgefäß voll ist, was einem Wasserspeicher gleichkommt und verhindert, dass die Pumpe zu oft anläuft.

Je größer das Ausdehnungsgefäß, desto seltener schaltet sich die Pumpe ein, was sich direkt auf die Lebensdauer der Pumpe auswirkt! Selbstverständlich haben die größeren Modelle einen höheren Lärmpegel!

Leistung, Durchsatz und Förderhöhe eines Hauswasserwerks oder einer Eigenwasserversorgungsanlage

Der Druck, Durchsatz und die Förderhöhe sind drei wichtige Aspekte bei der Auswahl des Hauswasserwerks oder der Druckerhöhungspumpe.


Der Druck

Der (in Bar gemessene) Druck entspricht der Kraft, die nötig ist, um das Wasser je nach Pumpenschlauch-Durchmesser zu fördern. Zahlreiche Hersteller geben den Druck ebenfalls in der veralteten Einheit mWS (Meter Wassersäule) an. Hierbei ist die folgende Gleichung zu merken: 1 bar = 10 mWS.

Die Förderhöhe

Die Förderhöhe entspricht der maximal zulässigen Höhe in Metern zwischen dem Hauswasserwerk und der Wasserentnahmestelle. Diese in Metern (m) gemessene Eigenschaft gewährleistet, dass das Wasser bis zur Entnahmestelle gepumpt wird. Die Hersteller geben meist die gesamte manometrische Saughöhe an. Diese kann wie folgt berechnet werden: Förderhöhe (m) + gewünschter Druck an der Wasserentnahmestelle (1 bar = 10 m) + Druckverluste (entsprechen der Länge der Förderschläuche).

Der Durchsatz

Der Durchsatz entspricht der gepumpten Wassermenge (l oder m3), die von der Pumpe innerhalb einer gewissen Zeiteinheit (min oder h) gefördert wird. Für Schätzungen sollten Sie berücksichtigen, dass6 m3/h etwa 100 l/min gleichkommt. Dieser Wert entspricht der relativen Förderhöhe. Bei identischem Durchmesser (mm) des Pumpenschlauches gilt: je größer der Höhenunterschied, desto geringer der Durchsatz. Und umgekehrt gilt: Je näher die Wasserentnahmestellen an der Pumpe liegen (dies bezieht sich auf die Höhe), desto höher der Durchsatz.

Wenn die Pumpe das Brauchwasser des Hauses fördern soll, sind am Ausgangspunkt mindestens 2 m3/h für fünf Personen nötig. Für jede zusätzliche Person müssen 0,25 m3/h hinzugefügt werden. Bei einer Bewässerungsanlage liegt der Durchschnitt zwischen 1 und 2 m3 je 500 m².

Der nötige Haushaltsdruck

Der ideale Wasserdruck eines Haushaltes liegt zwischen 2 und 3 bar. Dieser Wert kann je nach Standort des Wasserversorgungspunktes (Wasserturm oder Wasserspeicher) abweichen. Die am weitesten entfernten Haushalte, die sich am Ende des Netzwerkes befinden, könnten unter einem geringeren Wasserdruck leiden und eine Druckerhöhungsanlage benötigen, um einen optimalen Druck aufzubauen.

Pumpwasserqualität: die Korngröße unter der Lupe


Die Wasserqualität ist vor allem bei der Förderung von ungefiltertem Wasser wichtig, da das städtische Brauchwasser rein ist. Aus diesem Grund muss bei der Förderung von Brunnenwasser mit dem Hauswasserwerk oder einer Druckerhöhungspumpe auf die Wasserqualität geachtet werden.

Das Pumpwasser teilt sich in drei Kategorien auf:

  • klares Wasser;
  • belastetes Wasser;
  • stark belastetes Wasser.


Klares Wasser

Klares Wasser enthält Schwebeteilchen mit einem Durchmesser von weniger als 5 mm, wie das vom öffentlichen Netzwerk gelieferte Wasser (Korngröße 0 mm). Diese geringe Korngröße kann ebenfalls auf Regenwasser (Regenwassertank) und einige Brunnenwasser angewendet werden.


Belastetes Wasser

Bei einer Korngröße zwischen 5 und 20 mm redet man von belastetem Wasser. Dieses geförderte Wasser stammt meist aus Gewässern oder Flüssen (unterliegt bestimmten Richtlinien).


Stark belastetes Wasser

Schwebeteilchen mit einem Durchmesser von über 20 mm sind eher selten. Dieses stark belastete Wasser muss nicht unter Druck gefördert werden, da es sich hierbei meist um Abwasser handelt. Es wird mit einer Pumpe, die im besten Fall über ein Schneidwerk (Häcksler) verfügt, gefördert.

Die grundlegenden Eigenschaften der Qualität und Sicherheit einer Druckerhöhungsanlage und eines Hauswasserwerks

Weitere Eigenschaften sind ebenso wichtig bei der Auswahl der richtigen Druckerhöhungsanlage:

  • Ein Pumpenkörper aus Edelstahl oder besser noch aus Gusseisen.
  • Ein Speicher, der sich für den Einsatz im Haushalt eignet, sofern dies nötig ist.
  • Eine Druckerhöhungsanlage mit einer Leistung von 850/1000 Watt ist ausreichend, um Niederdruckprobleme im Haushalt zu lösen.
  • Ein verzinkter Tank als langjährige Investition für die Speicherung des Trinkwassers sowie die Installation eines Wasserfiltersystems.
  • Bei der Membran handelt es sich um einen Gummisack im Tankinneren, der bei der Verwendung mit Trinkwasser DVGW-geprüft sein sollte.
  • Eine einstufige Pumpe verfügt über nur ein Pumpenrad und Verteiler, um den Druck aufzubauen, wogegen eine mehrstufige Pumpe mehrere dieser Elemente aufweist und somit eine bessere hydraulische Leistung parallel zu einem geringeren Energieverbrauch bietet.
  • Ein Membran-Ausdehnungsgefäß ist zu 1/3 mit Wasser gefüllt. Die restlichen 2/3 sind mit Druckluft gefüllt. Die Membran des Gefäßes kann ersetzt werden.
  • Der Druckregler ermöglicht es, den Druckaufbau des Wasserspeichers zu unterbrechen: Druckminderer.
  • Der Druckmesser überprüft den effektiven Druck und ist in zweierlei Ausführungen erhältlich: als trockener Druckmesser oder mit Glyzerin gefüllter Druckmesser (empfohlen bei Vibrationen).
  • Eine Wassermangelsicherung verhindert Pumpenschäden bei Wassermangel.
  • Die Selbstansaugfunktion ist für den einfacheren Betrieb zu empfehlen.
  • Ein Saugfilter ist stets am Anfang des Pumpenschlauchs zu empfehlen. Weiterhin sollte ein Rückschlagventil installiert werden.

Bemessung von Hauswasserwerken



Die Hauswasserwerke sind so ausgelegt, dass die Oberflächenpumpen und Druckerhöhungsanlagen dem Membran-Ausdehnungsgefäß entsprechen.

Sofern die Angaben in Bezug auf den Druck, die Förderhöhe und den Durchsatz eingehalten werden, kann keine falsche Auswahl getroffen werden!

Der Tank muss vor Feuchtigkeit geschützt werden, um Rost im Laufe der Jahre zu vermeiden... besonders, wenn die Pumpe in einer feuchten oder salzhaltigen Umgebung eingesetzt wird.
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Sebastian, Autor, München 186 Ratgeber écrits

Sebastian, Autor, München

Nach meinem Abschluss an einer Handelshochschule bot sich mir die Gelegenheit, eine Ausbildung zum Zimmermann zu machen. Was für ein edler, aber harter Beruf! Die Winter und der Regen trieben mich jedoch von den Dächern wieder herunter und direkt durch die Tür eines Eisenwarengeschäfts, in dem ich daraufhin – wenig überraschend – als Eisenwarenhändler gearbeitet habe.

Vom Hammer bis zum Meißel habe ich im Laufe der Jahre auch alle Abteilungen in Heimwerkermärkten kennengelernt und weiß genau, wie die Produkte dort funktionieren und wofür man sie braucht. Neben meiner Tätigkeit für diese beiden Läden habe ich aber auch als Schlosser, Dachdecker, Tischler oder in der Industriebranche gearbeitet.

Dank meiner praktischen Erfahrungen und meines technischen Know-hows weiß ich genau, was ein gutes Werkzeug oder die richtige Ausrüstung ausmacht. Und weil ich lieber schriftlich einen guten Rat gebe, als von Montag bis Samstag in einem Geschäft zu stehen und immer dieselbe Beratung zu geben, war es nur logisch, dass ich Autor geworden bin.

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