Brennholz machen: So geht‘s

Brennholz machen: So geht‘s

Sebastian, Heimwerker Autodidakt, München

Ratgeber verfasst von:

Sebastian, Heimwerker Autodidakt, München

220 Ratgeber

Um Brennholz selbst zu schneiden, benötigen Sie eine Kettensäge, einen Holzhammer, eine Holzsäge und Sicherheitsausrüstung. Ob Hartholz oder Weichholz – je nach Art, Trockenheit und Länge der Stämme variiert der Preis für Feuerholz. Hier bekommen Sie alle Tipps, um gutes Holz zum Schnäppchenpreis zu ergattern.

Wichtige Eigenschaften

  • Laubhölzer und Nadelhölzer
  • Heizwert
  • Feuchtigkeitsgehalt von Brennhölzern
  • Brennrate
  • Holzpreis
  • Holz schlagen
  • Unverzichtbares Werkzeug zur Herstellung von Brennholz
  • Abholzen
  • Lagerung von Brennholz
  • Holzart
  • Feuchtigkeitsgehalt von Brennhölzern
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Die richtige Wahl des Brennholzes

Das Heizen mit Holz spart Geld. Eine Holzheizung kann als Hauptheizung eines Hauses oder als zusätzliche Heizung verwendet werden: Nichts geht über ein gemütlich knisterndes Feuer, um die Kälte der ersten Herbsttage zu vertreiben! Um eigenes Brennholz herzustellen, bedarf es einer gewissen Sorgfältigkeit und ein wenig Erfahrung. Dieser Leitfaden erklärt Ihnen, was Sie wissen müssen, um Ihr Holz in diesem Winter selbst zu machen und verrät Ihnen am Ende des Artikels die 7 besten Holzfäller-Tipps!

Die wichtigsten Auswahlkriterien


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Die Wahl des richtigen Holzes zum Heizen hängt von verschiedenen Kriterien ab. Hierzu zählen:

  • die Art des Holzes, nämlich Hartholz (Laubbäume) oder Weichholz (Nadelbäume);
  • der Heizwert des Holzes;
  • der Feuchtigkeitsgehalt, also der Grad der Trockenheit;
  • die Brennrate oder Brenngeschwindigkeit, von sehr langsam bis sehr schnell;
  • der Preis eines Sters (Raummeters), je nach Art und Trockenheit.

Die geläufigsten Holzarten

Hauptarten Laubbäume

Hauptarten Nadelbäume

Akazie

Lärche

Kastanie

See-Kiefer

Ulme

Waldkiefer

Buche

Tanne

Esche

Douglasie

Eiche

Fichte

Birke

/

Hainbuche

/

Erle

/

Pappel

/

Laubhölzer und Nadelhölzer

Hartes Holz

Mittelhartes Holz

Weiches Holz

Eiche

Robinie oder falsche Akazie

Pappel

Buche

Kastanie

Erle

Hainbuche

Kirsche

Weide

Esche

Verschiedene Obstbäume

Birke

Ulme

/

Linde

Ahorn

/

Espe

Walnuss

/

/

Olive

/

/

Platane

/

/

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Heizkörper

Heizwert


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Der Heizwert misst die Menge an Wärme, die bei der vollständigen Verbrennung des Holzes freigesetzt wird. Es wird zwischen dem unteren Heizwert (Hi) und dem oberen Heizwert (Hs), auch Brennwert genannt, unterschieden.

Unterer Heizwert

Er bezeichnet die Energie (Wärme), die bei der Verbrennung von Holz gewonnen wird (ohne Verdampfungsenergie).

Oberer Heizwert

Beim sogenannten Brennwert handelt es sich um die Summe des unteren Heizwerts und der Energie, die durch die Verbrennungsabgase (bei vollständiger Verbrennung) erzeugt wird.

Entsprechungen der Werte

J/g

Kcal/kg

KWh/Tonne

J/g (Joule/Gramm)

1

0,24

0,278

Kcal/kg (Kilokalorien/kg)

4,18

1

1,161

kWh/Tonne (Kilowattstunden pro Tonne)

3,6

0,86

1

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Heizlüfter

Heizwert der wichtigsten Laub- und Nadelhölzer

Laub- oder Nadelholzarten

Ungefähres Gewicht pro Raummeter mit 25 % Feuchtigkeitsgehalt

Unterer Heizwert in kWh/Raummeter

Tanne

300 kg

1035 ≥ Hi ≤ 1450

Kiefer

350 kg

1230 ≥ Hi ≤ 1640

Lärche

350 kg

1230 ≥ Hi ≤ 1640

Buche

400 kg

1310 ≥ Hi ≤ 1680

Eiche

430 kg

1440 ≥ Hi ≤ 1820

Hainbuche

450 kg

1520 ≥ Hi ≤ 1900

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Heizkörper

Feuchtigkeitsgrad von Brennholz

Durchschnittlicher unterer Heizwert des Holzes je nach Feuchtigkeitsgrad

% Feuchtigkeit

MJ*/kg

kWh/kg

Laubhölzer

Nadelhölzer

Laubhölzer

Nadelhölzer

0

19

20

5,1

5,3

10

16,9

17,8

4,5

4,7

25

13,6

14,4

3,7

3,8

35

11,5

12,1

3,1

3,2

50

8,3

8,8

2,2

2,3

Bei gleicher Feuchtigkeit haben die verschiedenen Arten ungefähr den gleichen Brennwert.

* Megajoule

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Luftentfeuchter

Die Brennrate von verschiedenen Brennholzarten

Geschwindigkeit der Verbrennung

Holzart

Sehr langsam

Langsam

Schnell

Sehr schnell

Eiche

*

Hainbuche

*

Esche

*

Robinie

*

Ulme

*

Walnuss

*

Buche

*

Pappel

*

Birke

*

Tanne

*

Fichte

*

Lärche

*

Pinie

*

Brennholz hat seinen Preis


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Der Preis des Brennholzes hängt von den folgenden Faktoren ab:

  • Region;
  • Holzart;
  • Feuchtigkeitsgrad, also Trockenheit;
  • Menge als Liefermenge oder bei Abholung;
  • Länge der Holzscheite.

Art

Raummeter

Länge des Holzscheits

Preis ohne Lieferung

Trockenheit

Eiche

1

30 cm

95 €

Trocken

1

45 cm

72 €

1

30 cm

66 €

Halbtrocken

1

45 cm

60 €

Der Preis für ein Ster Holz (Wert angegeben für ca. 1 m3) variiert je nach den oben genannten Kriterien zwischen 55 und 100 €.

Wert eines Raummeters

Ein Raummeter (rm) ist eine Maßeinheit, die 1 m3 in 1 m langen Holzscheiten entspricht

6 Tipps für die Auswahl des Brennholzes


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  1. Hartholz von Laubbäumen brennt länger als weiches Holz von Nadelbäumen.
  2. Einige Hölzer platzen beim Brennen, wie Kastanie oder Akazie. Aus diesem Grund werden sie nicht in Kamineinsätzen oder offenen Holzkaminen empfohlen.
  3. Die Verbrennung feuchter Hölzer erzeugt viel Rauch und führt zu gefährlichen Ablagerungen in den Kaminrohre. Doppelte Verbrennungssysteme (Nachverbrennung) reduzieren dieses Risiko.
  4. Kiefer und Tanne erzeugen viel Rauch, wenn die Verbrennung nicht optimal ist, während Eiche, Esche, Birke, Fichte und Lärche weniger Rauch erzeugen.
  5. Nadelhölzer erzeugen mehr Ablagerungen in Kaminrohren als Laubhölzer.
  6. Die beste Glut erzeugen Eiche, Esche, Olive, Buche, Hainbuche, Birke, Kastanie, Walnuss und Akazie.
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Kaminrohre

So finden Sie günstiges Brennholz

Alles zum Thema Brennholz aus dem Wald


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Brennholz aus dem Wald zu holen ist eine Praxis, die es Einzelpersonen erlaubt, Holz in einem kommunalen oder regionalen Wald abzuholzen. Die Regelungen sind von Gemeinde zu Gemeinde verschieden. Fragen Sie bei Ihrer Gemeinde nach, ob die Möglichkeit besteht. Jeglicher Handel mit solchem Holz ist verboten. Erkundigen Sie sich im Rathaus Ihrer Stadt nach zusätzlichen Informationen.

Kaufen Sie halbtrockenes Holz

Das Aufbewahren und Trocknen Ihres Holzes ist eine übliche Praxis bei Privatpersonen, die ausreichend Platz haben. Halbtrockenes Holz ist sehr günstig. Brennholz muss an einem trockenen und luftigen Ort gelagert werden und ermöglicht Ihnen echte Einsparungen während einer ganzen Heizsaison. Ab dem 2. Jahr ergibt sich sogar eine Rotation zwischen trockenem Holz und halbtrockenem Holz. Außer im ersten Jahr ist keine weitere Bearbeitung erforderlich.

Kaufen Sie Holzstämme mit 1 m Länge und schneiden Sie diese zurecht


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Eine einfache und effektive Möglichkeit um Geld zu sparen, ist es, lange Holzscheite zu kaufen und diese auf die Länge Ihres Kamins zu schneiden. Da die Einheit des Raummeters 1 m langen Stämmen entspricht, sind die Verluste an Brennholz somit viel geringer als wenn Sie es in 33 cm langen Scheiten kaufen.

Kaufen Sie den Raummeter vor Ort

Bei der sogenannten Selbstwerbung müssen Sie einen Waldbesitzer finden, der Holz zum Selberschneiden vor Ort verkauft. Die Preise sind hier besonders niedrig, aber Sie müssen, alle benötigten Werkzeuge selbst mitzubringen. Erkundigen Sie sich beim örtlichen Forstamt.

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Schnittschutzhose

Brennholz selbst schneiden: das richtige Werkzeug

Kettensäge


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Benzin-Kettensägen sind zum Holzfällen unverzichtbar. Da sie eine unterschiedliche Leistung besitzen, ist die Wahl der richtigen Kettensäge von mehreren Kriterien abhängig. Kettensägen müssen gewartet werden (Benzinmotor) und die Ketten müssen geschliffen werden.

Holzsäge


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Holz-Kreissägen ermöglichen ein effizientes Zuschneiden des Holzes. Sie sind sehr ergiebig. Wie bei Kettensägen müssen bei der Auswahl einer Kreissäge mehrere Eigenschaften beachtet werden, wie Motorleistung, Sägeleistung und so weiter.

Holzspalter


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Ein  Holzspalter spaltet die größten Stämme. Er kann bedarfsweise durch Spaltaxt und Keil ersetzt werden. Die Auswahl des Holzspalters hängt hauptsächlich von der Energiequelle (Strom, Benzin oder Hydraulik) ab, aber auch von der Position des Scheitholzes ab. Es gibt stehende und liegende Holzspalter, die sich in Vorschubgeschwindigkeit, Größe usw. unterscheiden.

Axt und Beil


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Äxte und Beile werden eher als Hilfsmittel benutzt, sind aber oft sehr nützlich oder sogar unentbehrlich beim Fällen von Bäumen. Sie gehören zu den Schneidwerkzeugen, die geschliffen werden müssen.

Anhänger


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Ein Anhänger ist ein unentbehrlich zum Transportieren von Brennholz, das selbst gefällt oder gekauft und abgeholt werden muss. Anhänger unterliegen den Führerschein-Regeln (Gewicht, Länge usw.).

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Äxte und Beile

Vorsicht beim Abholzen

Sicherheit geht vor


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Wenn Sie in ein Gebiet gehen, in dem Bäume gefällt werden,

  • informieren Sie mindestens eine Ihnen nahestehende Person;
  • nehmen Sie immer eine zweite Person mit,aus Sicherheitsgründen;
  • nehmen Sie Ihr Handy mit (ein Baustellentelefon wird empfohlen);
  • seien Sie ausgeruht;
  • verwenden Sie geprüfte und gewartete Ausrüstung.

Persönliche Schutzausrüstung (PSA)


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Es ist fahrlässig, Brennholz mit den oben genannten Werkzeugen ohne Sicherheitsausrüstung herzustellen. Denken Sie deshalb an:

Brennholz schneiden: zunehmender Mond oder abnehmender Mond?


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Bäume fällt man am besten, wenn sich der Saft in den Wurzeln befindet. Dies ist bei abnehmendem Mond der Fall. Diese Phase wird auch Saftruhe genannt. Nachdem alle Blätter von Baum gefallen sind (Hartholzarten), aber noch vor der Wintersonnenwende – befindet sich der Baum in der vegetativen Ruhephase. Der Saftanteil ist minimal, das Holz ist weniger anfällig für Schädlinge (Saft ist ihre Hauptnahrungsquelle) und Fäulnis.

7 Tipps für die erfolgreiche Herstellung von Brennholz


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  1. Idealerweise besitzt Brennholz nicht mehr als 15 % Feuchtigkeit. Die Trockenzeit beträgt durchschnittlich 2 Jahre.
  2. Schneiden Sie die Stämme sofort und lagern Sie sie an einem trockenen, vor Feuchtigkeit geschützten Ort, 50 cm über dem Boden.
  3. Wenn das Holz trocken ist, spalten Sie es und schneiden Sie es auf die Maße Ihres Holzofens, Kamins usw. zu.
  4. Bedecken Sie das Holz vorzugsweise mit Eisenplatten, um Kondensation zu vermeiden und eine bessere Belüftung zu gewährleisten.
  5. Wenn das Holz trocken ist (mehr als 2 Jahre bei guten Trocknungsbedingungen), lagern Sie es in einer Garage, einem Gartenhäuschen oder an einem anderen Ort, wo es vor Feuchtigkeit geschützt und gebrauchsbereit ist.
  6. Um große Stämme (> 40 cm im Durchmesser) zu spalten: Verwenden Sie ein oder zwei angespitzte Hartholzkeile (5 cm Durchmesser, 40 cm lang), um das Holz zu teilen und zu vermeiden, dass Sie Ecke um Ecke abschlagen. So gelingt es, den Baumstamm zu knacken.
  7. Die richtige Wahl Ihrer Handwerkzeuge zum Sägen und Schneiden von Holz (Axt, Spaltaxt, Säge usw.) ist unerlässlich, um sicher zu arbeiten und genug Holz zu produzieren.

Weitere Informationen

Wenn Sie mehr zu diesem Thema erfahren wollen, dann werfen Sie einen Blick auf unsere weiteren Tipps und Ratgeber:

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Holzsägen

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Ratgeber verfasst von:

Sebastian, Heimwerker Autodidakt, München, 220 Ratgeber

Sebastian, Heimwerker Autodidakt, München

Nach meinem Abschluss an einer Handelshochschule bot sich mir die Gelegenheit, eine Ausbildung zum Zimmermann zu machen. Was für ein edler, aber harter Beruf! Die Winter und der Regen trieben mich jedoch von den Dächern wieder herunter und direkt durch die Tür eines Eisenwarengeschäfts, in dem ich daraufhin – wenig überraschend – als Eisenwarenhändler gearbeitet habe. Vom Hammer bis zum Meißel habe ich im Laufe der Jahre auch alle Abteilungen in Heimwerkermärkten kennengelernt und weiß genau, wie die Produkte dort funktionieren und wofür man sie braucht. Neben meiner Tätigkeit für diese beiden Läden habe ich aber auch als Schlosser, Dachdecker, Tischler oder in der Industriebranche gearbeitet. Dank meiner praktischen Erfahrungen und meines technischen Know-hows weiß ich genau, was ein gutes Werkzeug oder die richtige Ausrüstung ausmacht. Und weil ich lieber schriftlich einen guten Rat gebe, als von Montag bis Samstag in einem Geschäft zu stehen und immer dieselbe Beratung zu geben, war es nur logisch, dass ich Autor geworden bin.

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