Airbrushpistole Einkaufsguide

Ratgeber verfasst von:
Jérôme, Controller, Berlin

Jérôme, Controller, Berlin

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Um Ihre künstlerische Ader auf Tuch, Holz oder Stein auszudrücken, ist eine Airbrushpistole das perfekte Werkzeug. Egal ob Anfänger oder Profi – gutes Material ist das A und O. Hier erfahren Sie das Wichtigste rund um den kleinen Bruder der Lackier- bzw. Spritzpistole.

Wichtige Eigenschaften

  • Single Action
  • Double Action
  • Fließsystem
  • Saugsystem

Wie funktioniert eine Airbrushpistole?

Eine Airbrushpistole, auch einfach Airbrush genannt, ähnelt einer Spritzpistole: Mittels Druckluft sprüht das Gerät Farbe auf den zu bemalenden Grund. Eine Airbrush zeichnet sich dadurch aus, dass die Farbe sehr präzise auf jegliche Art von Oberfläche – Leinwand, Karrosserie, Wände, Stoff oder auch Gebäck oder Kleidung – aufgetragen werden kann. Das Gerät ist an einen Druckluftkompressor angeschlossen und die Farbe befindet sich in einem Gefäß, das Becher genannt wird. Hat man einmal gelernt, eine Airbrush korrekt zu benutzen, kann man damit sehr feine Konturen zeichnen, Schattierungen und Farbabstufungen erstellen oder ganze Oberflächen färben.

Es gibt zwei Arten von Airbrushes, die sich in ihren Funktionsweisen unterscheiden.

Aérographe par gravité

Fließbecherpistolen


Fließbecherpistolen haben einen Becher, der auf der Pistole platziert ist. Das Spritzmaterial fließt so durch die Schwerkraft zur Farbdüse. Solche Modelle sind handlich, stabil und können sowohl von Rechts- als auch Linkshändern genutzt werden. Ein weiterer Vorteil von Fließbecherpistolen ist, dass Sie auch mit sehr dicker Farbe befüllt werden können. Allerdings sind diese Geräte nicht dazu geeignet, um große Oberflächen zu bemalen.


Aérographe par aspiration

Saugbecherpistole


Saugbecherpistolen verfügen über einen Farbbecher, der seitlich (für kleine Mengen) oder unterhalb (für große Mengen) der Pistole angebracht ist. Die Farbe wird mittels Unterdruck (Venturi-Effekt) angesaugt, um dann aufgetragen zu werden. Der Farbbecher ist abnehmbar und kann an die zu verrichtende Arbeit angepasst werden. Diese Geräte sind etwas komplizierter in der Handhabung, weil eine korrekte Vorbereitung der Farbe nötig ist. Linkshänder können in der Regel nicht mit einem Modell arbeiten, dessen Farbbecher an der rechten Seite angebracht ist.

Simple Action/Double Action – Wo liegt der Unterschied?

ManoMano


Neben der Funktionsweise, werden Airbrushpistolen in zwei Kategorien eingeteilt:

Simple-Action-Airbrush


Eine Simple-Action-Airbrush (zu Deutsch: Einfachfunktion) ist ideal für Anfänger. Über den Bedienhebel wird ausschließlich die Druckluftmenge geregelt. Handhabung und Instandhaltung sind deutlich einfacher. Ein solches Gerät empfiehlt sich daher für Neulinge oder Gelegenheits-Airbrusher.

Eine Airbrush mit Einfachfunktion eignet sich außerdem sehr gut, um gleichmäßig Farbe auf große Oberflächen aufzutragen, um Materialen sehr hoher Viskosität zu bemalen oder Keramik zu satinieren.


Double-Action-Airbrush


Eine Double-Action-Airbrush (zu Deutsch: Zweifachfunktion) ist eher das Gerät für Profis und Künstler. Sie erlaubt es, sowohl die Druckluftmenge als auch die Farbzufuhr zu regulieren. So können Effektfarben verwendet, Schattierungen und Farbabstufungen erstellt und extrem feine Linien (weniger als ein Millimeter!) gezeichnet werden. Die korrekte Bedienung erfordert Erfahrung und Übung, aber wenn Sie sich einmal auskennen, können Sie damit viele verschiedene Effekte, Linienführungen, Abtönungen und Schattierungen kreieren. Außerdem ist die Handhabung ergonomischer und somit angenehmer, insbesondere, wenn Sie mehrere Stunden lang malen. Allerdings sind diese Geräte nicht dazu geeignet, große Oberflächen zu färben, und sie müssen regelmäßig und gründlich gereinigt werden.

Zur Airbrushpistole gehören auch Kompressor und Düse!

Eine Airbrushpistole zu besitzen, ist super; sie benutzen zu können, ist noch besser!

Compresseur

Kompressor


Ein Kompressor ist unabdinglich, weil eine Airbrush ohne Druckluft nutzlos ist. Ein Kompressor mit Druckluftbehälter ist nicht unbedingt nötig. Günstige Geräte in simpler Ausführung, die einfach nur die Druckluft liefern, die Sie benötigen, reichen meist völlig aus. Allerdings läuft der Kompressor dauerhaft während der Nutzung der Airbrushpistole, wenn er keinen Druckluftbehälter hat. Wenn Sie häufig und vor allem lange arbeiten, sollten Sie vielleicht über die Anschaffung eines Kompressors mit Druckbehälter nachdenken.

Ein Behälter zwischen 1 und 25 Litern reicht aus, um einige Zeit mit der Airbrush arbeiten zu können, bevor der Kompressormotor erneut angeworfen wird, um den Behälter unter Druck zu setzen. Ein weiterer Vorteil eines Kompressors mit Druckluftbehälter ist, dass die Druckluftmenge konstant und regulierbar ist.

Ein solcher Kompressor ist komplizierter in der Bedienung, lauter, teurer und muss besser gepflegt werden – auch wenn die Instandhaltung immer noch recht einfach und schnell gemacht ist. Wählen Sie in jedem Fall einen Kompressor mit Filter, für den Fall, dass sich Kondenswasser im Behälter bildet oder dass die angesaugte Luft feucht ist.


Buses et aiguilles

Düsen


Ideal ist es, ein Düsenset zu haben, um sowohl sehr fein zeichnen als auch Oberflächen färben zu können. Ein Set von 0,2 bis 0,5mm ist für den Anfang perfekt. Der kleinste Durchmesser entspricht dem feinsten Farbstrahl. Die Düsen sind extrem empfindlich. Für den Fall, dass sie verbogen oder beschädigt werden, beispielsweise wenn Ihnen die Airbrush aus der Hand rutscht, sollten Sie daher immer Ersatzdüsen dabei haben. Achten Sie bei der Wahl Ihrer Airbrush darauf, dass die Ersatzteile einfach zu finden sind und beachten Sie auch deren Preis, denn Sie werden regelmäßig austauschen müssen.



Die Durchmesser der verschiedenen Düsen unterscheiden sich zum Teil um Zehntel- oder gar Hundertstelmillimeter. Je kleiner der Durchmesser, desto feiner der Strahl – aber auch desto empfindlicher. Außerdem können sehr feine Düsen schnell verstopfen, wenn Sie nicht regelmäßig gereinigt werden.

Farbbecher und Farbe

Godet

Je nach dem, was Sie mit Ihrer Airbrush vorhaben, ist das Volumen des Farbbechers ein wichtiger Aspekt. Je größer er ist, desto mehr Farbe passt hinein. Für Präzisionsarbeiten ist ein Becher mit zwei bis zehn Kubikzentimeter Füllvolumen ausreichend. Für größere Oberflächen benötigen Sie mindestens 15 Kubikzentimeter, wenn Sie nicht ständig Farbe nachfüllen möchten.

Es gibt Farbe unter anderem auf Acryl-, Lösungsmittel und Nitrocellulosebasis. Für den Anfang empfehlen sich wasserlösliche Acrylfarben, denn sie sind um einiges einfacher zu mischen und billiger als Spezialfarben.


Der Becher kann aus Stahl oder Glas bestehen. Glasbehälter sind in der Regel größer. Achten Sie darauf, wo der Becher angebracht sind, und dementsprechend auf sein Gewicht: Ein schwerer Farbbecher, der seitlich angebracht ist, ist dem Komfort bei der Benutzung nicht zuträglich.

Unterschied zwischen Innen- und Außenmischung



Mit einer Airbrushpistole wird die Farbe mit Luft transportiert und aufgetragen. Farbe und Luft – es findet also zwangsweise eine Mischung statt. Es gibt zwei Funktionsweisen:

  • Intern: Luft und Farbe werden im Inneren der Düse vermischt. Dadurch entsteht Zerstäubung und somit ein sehr feiner Strahl.
  • Extern: Luft und Farbe werden außerhalb der Düse vermischt, was zur Folge hat, dass der Strahl ein wenig gröber ist.

Zerstäubung

Für diejenigen, die sich nicht mehr an ihren Physikunterricht erinnern (keine Schande!): Zerstäubung ist das Produkt einer Vermischung von Flüssigkeit und Luft.

Der Zerstäuber Ihres Parfüm- oder Deosprayers ist das beste Beispiel: Er mischt Flüssigkeit und Luft und überträgt so das Parfum bzw. den Inhalt der Deoflasche auf Ihre Haut – nur durch einen leichten Druck mit Ihrem Finger. Eine Airbrush ist in ihrer Konzeption ein wenig komplexer, aber das Prinzip ist dasselbe.

Ratschläge und Hinweise für die Nutzung

ManoMano
Für die Benutzung einer Airbrush braucht es Präzision und Übung, damit das Werk am Ende diese Bezeichnung verdient. Sie werden sehen, zu Beginn wird es häufig Kleckser und Verstopfungen geben. Schlechte Vorbereitung der Farbe, schlecht gewählte Druckluftmenge, vergessene Reinigung der Düse... kann alles vorkommen. Verzweifeln Sie deshalb nicht, sondern bleiben sie am Ball!

A propos Reinigung: Nervig, aber notwendig! Jedes Mal, wenn Sie Ihre Airbrush verwendet haben, müssen Sie sie gründlich reinigen. Füllen Sie den Farbbecher mindestens zwei Mal mit Reinigungsmittel auf und lassen Sie es durchlaufen. Je nach Beschaffenheit der Farbe ist dann der gröbste Schmutz weg. Entnehmen Sie dann die Düse. Aber Achtung, sie rutscht schnell aus der Hand! Schließen Sie die Reinigung mit einem feinen Pinsel ab.

Achten Sie darauf, dass bestimmt Reinigungsmittel die Abdichtungen Ihrer Airbrush beschädigen können. Nutzen Sie deshalb nie unverdünnte Mittel wie zum Beispiel Aceton.

Welche Marke? Im Endeffekt ist das eine Frage des persönlichen Geschmacks, beachten Sie jedoch unbedingt die Verfügbarkeit und die Preise der entsprechenden Ersatzdüsen! Vergessen Sie außerdem nicht Ihre Gesundheit. Eine Atemschutzmaske ist unbedingt notwendig. Und tragen Sie beim Arbeiten mit der Airbrush selbstverständlich nicht Ihren Sonntagsanzug!
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Jérôme, Controller, Berlin 117 Ratgeber écrits

Jérôme, Controller, Berlin

Als ausgebildeter Elektriker arbeitete ich zunächst in der Industrie, wo ich viele Einrichtungen installierte, verkabelte und wartete. Danach betreute ich Teams, die diese Arbeiten realisierten. Vor über zehn Jahren wandte ich mich dem Bau und der Konstruktion zu. Vom kleinen Einfamilienhaus über Fitness-Studios bis zu Konzerthallen hatte ich die Möglichkeit, Baustellen aller Art zu koordinieren, zu kontrollieren und zu organisieren.

Seit 4 Jahren restauriere und erweitere ich ein Ferienhaus im Herzen der Haute Savoie. Meine Berufserfahrung und meine Kenntnisse haben mir dabei einen großen Dienst erwiesen. Landschaftsbau, Innenarchitektur, Dach, Sanitär, Strom, alles ist möglich! Wir, meine Tochter, meine Frau und ich, haben fast alles selbst gemacht! Ihre Fragen beantworten, Sie anleiten oder bei der Wahl Ihrer Werkzeuge beraten? Ganz einfach!

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